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Geschichte

Die Kapellengemeinschaft Zirknitzberg möchte hiermit kundgeben, was bisher über diese Kapelle in Erfahrung gebracht werden konnte.

 

Aus der Geschichte

Die Entstehung der Marienkapelle liegt noch im Dunkel der Vergangenheit. Sowohl Zeitpunkt, als auch Erbauer und Anlass zur Errichtung sind uns nicht bekannt. Nach Erzählungen älterer Menschen soll die Kapelle von einer „Lehrschar“ (christliche Gemeinschaft aus der näheren Umgebung für die Christenlehre) als Dankkapelle für die gut und glücklich überstandenen Franzosenkriege errichtet worden sein.

Die uns bekannte, erstmalige schriftliche Erwähnung befindet sich in der Gemeindemappe der Gemeinde Zirknitz aus dem Jahre 1825. Eine weitere, sogar noch etwas ältere Nachricht wurde bei den Innenrenovierungsarbeiten aufgefunden. Oberhalb des Weihwasserbehälters war eine Inschrift aus dem Jahre 1822 zum Vorschein gekommen. Leider blieb sie nicht erhalten.

Besonderheit war früher der Standort der Marienkapelle. Stand sie doch ursprünglich je zur Hälfte auf dem Boden des Gerichts- und Steuerbezirkes Stainz und des Bezirkes Voitsberg. Die Bezirksgrenze verlief also mitten durch die Kapelle. Erst eine Grenzberichtigung (ca. 1920) verlegte den Standort des Kapellengebäudes zur Gänze auf die Seite der Gemeinde St. Stefan ob Stainz und somit in den politischen Bezirk Deutschlandsberg. Wie Nachforschungen ergeben haben, wurde die Kapelle im Jahre 1886 renoviert. Die Informationen aus dieser Zeit sind uns durch Augenzeugen überliefert.

Ebenfalls seit dieser Zeit am Ausgang des 19. Jahrhunderts ist auch das „Kreuzwegbeten“ am Karfreitag durch Überlieferung nachweisbar. Seit der Zeit um 1925 waren Josef und Theresia Kreisler vulgo Peterbauer in Zirknitz Besitzer des Kapellengrundstückes. Um 1930 schlug dann ein Blitz in den Kapellenturm ein. Dadurch wurden das Turmmauerwerk und auch das Deckengewölbe beschädigt. In den Jahren des 2. Weltkrieges wurde einmal eine Fleischweihe bei der Marienkapelle abgehalten. Am 24. Februar 1946 wurde durch einen orkanartigen Sturm der ganze Kapellenturm sowie die hintere Giebelmauer herab gerissen. Daher sprach man bald von Abbruch sowie von Verkauf. Die Engelfiguren waren bereits an einen Altwarenhändler verkauft worden. Die Stunden für die „Marienkapelle am Zirknitzberg“ schienen gezählt.

Doch einige Zirknitzberger wollten „ihre“ Kapelle nicht zugrunde gehen lassen und es begannen in der Folge bereits erste Vorgespräche betreffend einer Renovierung. In den Jahren 1956 bis 1957 kommt es dann zu einer ersten Generalsanierung. Es werden der Turm erneuert, der Dachstuhl ausgebessert, die Kapelle mit Eternit neu eingedeckt, der Außenputz ergänzt und diverse notwendige Malerarbeiten vorgenommen.

 

Anschaffung einer Glocke

Aus dem Reinertrag des seit der Wiedereinweihung im Jahre 1958 nun jährlich am 15. August(dem „großen Frauentag“- Fest Maria Himmelfahrt) im Anschluss an die Feldmesse stattfindenden „Kapellenfestes“, erfolgt im Jahre 1960 der Ankauf einer knapp 50 kg schweren Glocke. Mit der Installierung der Glocke ist der Dachreiter der Kapelle zu einem Glockenturm geworden. Die Glocke erhebt täglich Sommer und Winter um 6 Uhr, 12 Uhr und 20 Uhr ihre Stimme. Außer diesem täglichen Gruß verkündet die Glocke der Marienkapelle aber auch den Tod eines Zirknitzbergers und Personen der näheren Umgebung.

Das Läuten erfolgte bis zum Sommer 1983 händisch. Vor dem Ankauf der Glocke dienten ein Messinghorn (Signalhorn) und auch ein urtümliches Rinderhorn (mit einem einfachen Messingmundstück) als Signalinstrumente. Durch Hornsignale wurde die Bevölkerung zum „Maibeten“ zusammengerufen.

 

Die „Marienkapelle“ als Ort religiöser Feiern

Von älteren Leuten wurde erzählt, dass früher das „Maibeten“ und das Kreuzwegbeten am Karfreitag hier sehr gebräuchlich waren und auch noch sind. Auf die traditionielle Osterfleichsegnung sowie das Neujahrswünschen wird besonders Wert gelegt. Seit 1958 ist das Hauptereignis die Feldmesse mit dem daran anschließendem Kapellenfest. Zu einer richtigen Feldmesse gehört natürlich auch eine Musik, welche wechselweise von verschiedenen Kulturträgern der Gemeinden St.Stefan/Stainz und Mooskirchen, sowie von Musikkapellen und Gesangsvereinen durchgeführt wird. Die Feldmesse bei der „Marienkapelle“ ist inzwischen zu einem fixen Bestandteil im Festkalender des Berglandes St.Stefan/Stainz, Mooskirchen und Grabenwarth geworden. Nicht nur die Zirknitzberger versammeln sich bei diesem Fest, auch viele Abgewanderte nehmen die Messe zum Anlass um wieder einmal hierher zu kommen oder alte Bekannte zu treffen.